Brachte die Orgel zum Tanzen: Daniela Brinkmann.

Tänzerische Bewegung in der Kirche

Lippischer Orgelsommer in Silixen

Extertal-Silixen. Die Orgel tanzt. Daniela Brinkmann aus Rinteln brachte das Instrument wirklich zum Schwingen, tänzerische Melodien erfüllten die Kirche in Silixen. Die zweitletzte Station des Lippischen Orgelsommers stand am Sonntag (23.8.) eben unter diesem Motto: „Die Orgel tanzt“. Es war nicht zu viel versprochen.

Beschwingt ging es los mit dem ersten Satz des Concerto G-Dur von Johann Sebastian Bach. Dass Joseph Haydn auch Stücke für die Flötenuhr geschrieben hat, wissen nicht viele. Das mechanische Instrument erlebte seine Blüte zur Zeit des Meisters der Wiener Klassik. Auf drei behutsame Menuette folgte ein Vivace, in dem sich der Haydn’sche Humor zeigt: Es ist ein musikalisch erzählter Kaffeeklatsch. Der Waliser Robert Jones (geboren 1945) komponierte barocke Tänze, modern aufgefasst, etwa eine feierlich schreitende Sarabande oder eine fröhliche Gigue. Daniela Brinkmann, Kirchenkreiskantorin in Rinteln, spielte das alles souverän und mit stark akzentuierter Dynamik. Den bekannten Choral „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ hat der deutsche Kirchenmusiker Carsten Klomp mit einem Präludium versehen, das an ein Vogelkonzert denken lässt. Dann sangen die 200 Leute in der Kirche vier Strophen kräftig mit. Thomas Riegler, ebenfalls ein Zeitgenosse, hat geistliche Lieder als Weltmusik-Tänze bearbeitet: „Liebe ist nicht nur ein Wort“ als Rag, „Sollt ich meinem Gott nicht singen“ als Bolero. Als jazziger Walzer erklang „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, und schließlich „In dir ist Freude“, schon ursprünglich ein Tanzlied, als Samba. Beschwingt endete das Konzert mit der atemberaubend schnellen Latin Jazz Toccata des Italieners Grimoaldo Macchia. Großer Beifall. Daniela Brinkmann bedankte sich mit dem Allegro Brillante von Vincenzo Petrali (1832-1898).

Zum Orgelsommer, den die Lippische Landeskirche und der Lippische Heimatbund bereits seit 2005 gemeinsam veranstalten, gehören immer Informationen über die jeweilige Kirche und die Ortsgeschichte. Diese gab Willi K. Schirrmacher in Silixen zum Auftakt ebenso kundig wie kurzweilig. Vom Vorsitzenden des Heimatvereins Silixen konnte man lernen, dass das Dorf im lippischen Norden seinen Namen von einem gewissen Silek hat und auf eine Stiftung des Klosters Möllenbeck zurückgeht. Sehr viel später amtierte hier Pastor Adam Zeiß, Ahnherr einer lippischen Pfarrerdynastie, der bis in sein 91. Lebensjahr Dienst tun musste: Es gab Streit um die Zuständigkeit für seine Pension, denn er war zuvor in Hessen tätig gewesen.

Frauen der Gemeinde sorgten für ein Kuchenbuffet, das jedem Konditormeister Ehre gemacht hätte.

26.08.2026