Die Besuchsgruppe aus verschiedenen europäischen Kirchen zusammen mit dem Bischof der Reformierten Kirche in Transkarpatien, Sándor Zán Fábián (2 vl.), Bökemeier 6.v.l.)

Einsatz für die Menschen in Zeiten des Krieges

Besuch in Transkarpatien in der Ukraine

Kreis Lippe. „Hoffentlich ist ganz bald Frieden!“ Dieser sehnlichste Wunsch verband alle beim Abschied nach zwei intensiven Tagen in Transkarpatien (Ukraine).

Für die Lippische Landeskirche nahm Dieter Bökemeier, Landespfarrer für Diakonie, Ökumene und Migration, an einem Runden Tisch in Berehove (ungarisch: Beregszász) teil. Die Kleinstadt liegt im westlichsten Oblast (Verwaltungsbezirk) der Ukraine, der wirtschaftlich zu den ärmsten des Landes gehört. Delegierte von reformierten Kirchen und Hilfswerken aus Deutschland, Irland, Schottland, Ungarn und der Ukraine waren dabei.

Gastgeberin war die Reformierte Kirche in Transkarpatien, zu der heute noch etwa 50.000 Mitglieder gehören. Sie verstehen sich ethnisch als Ungarn und sprechen auch Ungarisch. Unmittelbar vor dem Krieg hatte die Kirche noch gut 30.000 Mitglieder mehr. Viele haben aber mit Beginn des russischen Überfalls die Ukraine verlassen.

Die Kirche in Transkarpatien engagiert sich trotz aller Probleme des Krieges in bewundernswerter Weise diakonisch. Auch bietet sie Nothilfe für Einheimische und Binnengeflüchtete aus den östlichen Kriegsgebieten. Die Teilnehmenden des Runden Tisches besuchten zwei stationäre Senioreneinrichtungen, eine Notunterkunft, einen ambulanten Pflegedienst sowie die Sozialbäckerei der Kirche. All diese Projekte werden auch mit erheblichen Zuschüssen aus dem Ausland ermöglicht.

Vor allem lag es den Gastgebern am Herzen, ihre beiden Tageseinrichtungen für Menschen mit Behinderungen vorzustellen. Etwa 80 Kinder, Jugendliche und jüngere Erwachsene mit kognitiven Einschränkungen erhalten hier hochwertige pädagogische Förderung. In Zeiten der Sowjetunion gab es das überhaupt nicht. Oft wurden die Menschen eher verschämt zu Hause verborgen. Der Kirche ist es zu danken, dass vor mehr als zehn Jahren dieses vorbildliche Förderangebot erstmalig für die ungarisch-sprachigen Menschen geschaffen wurde.

Gerade diese Arbeit aber ist finanziell akut gefährdet. So war es ein Anliegen der Konferenz, Wege zur Weiterfinanzierung zu finden. Darum ruft die Lippische Landeskirche zu Spenden vor allem für diese diakonische Arbeit der Reformierten Kirche in Transkarpatien auf (siehe unten).

Am Morgen vor der Abreise besuchte die Gruppe das Zentrum der Kleinstadt Beregszász/Berehove. Erschütternd war die große Anzahl an Portraittafeln mit den seit 2014 gefallenen Soldaten aus dem Ort und der Umgebung. Es waren mehr als 100.Auch sonst ist der Krieg allgegenwärtig, auch wenn es hier bisher noch keine direkten Angriffe oder Kriegshandlungen gegeben hat. Die finanziellen Probleme des Landes, die Rekrutierung neuer Soldaten, leere Häuser, fehlende Menschen im Handwerk und in der Landwirtschaft – all das ist nicht zu übersehen.

„Und trotzdem verlieren die Menschen ihre Hoffnung und ihren Mut nicht, auch wenn es manchmal sichtlich schwerfällt“, zeigt sich Dieter Bökemeier sehr beeindruckt. Wichtig bleibe dafür auch die internationale Unterstützung.

 

Spendenkonto:
Lippische Landeskirche
Sparkasse Paderborn-Detmold:

DE97 4765 0130 0000 0484 47
Stichwort „Ukraine“

Weitere Informationen:  https://lippische-landeskirche.de/10325-0-2

16.07.2026